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Geschrieben von: Frank H. Koplin   
Montag, den 05. Juli 2010 um 20:02 Uhr

Kübelpflanzen, die nicht blühen wollen

Vor einem Jahr, als ich die Pflanze gekauft habe stand sie in voller Blüte, warum jetzt nicht? Eine Frage, die sich bestimmt schon jeder Kübelgärtner gestellt hat. Natürlich gibt es keine, für alle Kübelpflanzen, einheitliche Lösung, aber der Weg zur Lösung ist immer derselbe. Wo ist die Heimat der Pflanzen?

In der Heimat der meisten Kübelpflanzen sind die Sommer sehr heiß und trocken. Sie benötigen also bei uns einen vollsonnigen, geschützten Standort. Optimal ist ein Standort, vor einer nach Süden zeigenden Hauswand, die am Tag die Wärme speichert, die sie in der Nacht abgibt. Dies fördert die Blütenbildung erheblich bei Enzianstrauch, Cassia, Granatapfel und Bougainvillea.

Die Reservestoffe der Pflanzen, die für eine frühe Blütenbildung notwendig sind, werden aber schon im Vorjahr gebildet. Da es in den Heimatgebieten der Pflanzen auch im Winter viel sonnige ist, als hierzulande, verbrauchen sie die Reservestoffe im dunklen Keller, oder im zu warmen Wohnzimmer. Die zur Blütenbildung notwendige Kraft muss dann im Frühjahr erneuert werden. Die Kübelpflanzen blühen dann erst im Spätsommer. Ideal ist eine Überwinterung im hellen Wintergarten, bei Temperaturen zwischen +3 und +10 Grad Celsius. Manche Gärtnereien bieten auch eine professionelle Überwinterung von Kübelpflanzen an.

Der Oleander wirft bei zu warmer und/oder zu dunkler Überwinterung die im Herbst gebildeten Blütenknospen, ab, oder sie vertrocknen. Eine weitere Ursache für die fehlende Blüte im Sommer kann auch ein falscher Schnitt sein. Dazu muss man wissen, dass Oleander vorzugsweise an den Trieben blüht, die bereits geblüht haben. Hat man im Herbst diese Triebe gestutzt, sind die ersten Sommerblüten weg. Es bilden sich neue, aber das braucht Zeit. Darum sollte man im Herbst höchstens ein Drittel der langen und alten Triebe bis ins alte Holz zurückschneiden.

Engelstrompeten können gewaltige Gehölze, mit großem Platzbedarf im Winter, werden. Daher schneidet man sie gerne im Herbst stark zurück. Dieser Rückschnitt darf nicht bis unterhalb der ersten Verzweigung vom Vorjahr erfolgen. Bei Neuaustrieb aus dem alten Holz dauert die Blütenbildung bis in den Spätsommer. Ein weiterer Grund für die verspätete Blüte kann ein Überschuss von Stickstoff im Substrat sein. Stickstoff fördert zwar das Pflanzenwachstum, aber nicht die Blütenbildung. Gedüngt wird die Engelstrompete also erst nachdem die ersten Knospen zu sehen sind. Manche Sorten benötigen aber auch mehrere Jahre Eingewöhnung.

Es gibt aber auch Kübelpflanzen, die blühen eben erst wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Dies sind meist unveredelte Pflanzen, wie die Citrusarten Zitrone und Orange oder die Paradiesvogelblume. Da können schon 5 bis 15 Jahre ins Land gehen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 21:44 Uhr
 

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